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18.02.2010 Südwest Presse; BERNHARD RAIDT

Eine wohlriechende Attraktion



Cindy Diesch eröffnet am Wochenende ihr Seifenlädle in Gundershofen. Es ist eine ganz besondere Attraktion der Alb geworden - samt Wohlfühl-Verkaufsraum und Dornröschen-Seife, die die Prinzen anlockt.

Dieser Duft! Lavendel, Veilchen, Honig oder ist es doch eher die Rose? Wer das neue Seifenlädle von Cindy Diesch im alten Gundershofer Pfarrhaus betritt, schnuppert zunächst einmal in Wohlgerüchen. Denn Cindy Diesch, die unweit vom Pfarrhaus zusammen mit ihrem Mann den "Gundershofer Goißahof" betreibt, verkauft im neuen Seifenlädle nicht nur ihre Seifen aus Ziegenmilch, sondern stellt sie dort auch her.

Also stapeln sich neben den vielen Zusatzstoffen dort auch die Formen, die extra für ihre Seifen gefertigt wurden. Etwa die, mit der sie Seife in Form der "Venus von Schelklingen" herstellt. Oder mit denen sie ihre Dornröschen-Seife komponiert: Rosen-, und Lavendel-Düfte sind dort vereinigt. "Die Seife dient zum Anlocken der Prinzen", sagt Diesch mit einem Schmunzeln. Das Schmuckstück ihres neuen Seifenlädles ist allerdings der Wohlfühl-Verkaufsraum geworden. Der heißt nicht von ungefähr so: Cindy Diesch hat viel Aufwand betrieben, um eine Atmosphäre zu schaffen, in der man sich gerne aufhält - und auch die Seele baumeln lassen kann. Alte Möbel, etwa der Schreibtisch ihres Großvaters, geben den richtigen Rahmen für die Präsentation der Seifenkunstwerke, und von einer alten Fotografie an der Wand blickt die Großmutter mit Wohlgefallen auf das Wirken ihrer Enkelin.

Geöffnet hat das Seifenlädle je nach Bedarf. "Wenn ich hier arbeite, ist sowieso offen", sagt Diesch. Ansonsten reicht ein kurzer Gang über die Straße zum "Goißa-hof" oder ein Telefonanruf, um für eine Öffnung zu sorgen. Wenn Diesch - was im Sommer und Herbst häufig vorkommt - auf den Märkten in der Region unterwegs ist, müssen Seifenfans, die in Gundershofen vorbeischauen, trotzdem nicht enttäuscht abziehen. Ein Selbstbedienungsregal vor dem Laden sorgt für Nachschub. Dass dabei jemand kein Geld hinterlässt, befürchtet Diesch nicht. "Das ist ja schließlich das alte Pfarrhaus, und nebendran ist die Kirche - da traut sich doch keiner, zu betrügen", sagt sie augenzwinkernd.

Nachdem das Seifensieden zunächst ein Hobby war, ist jetzt aus der Liebhaberei ein richtiger Beruf für Cindy Diesch geworden. Sie hat viel zu tun mit der Herstellung und dem Verkauf ihrer Seifen - nur noch selten arbeitet sie deshalb wie früher im Obst- und Gemüseverkauf auf dem Laichinger Markt.

Für Gundershofen ist die Eröffnung des Seifenlädles ein wichtiges Ereignis. Schließlich trägt der Ort damit einen wunderschönen - und wohlriechenden - Baustein zur Attraktion des Biosphärengebiets bei. Zwar fehlt noch das offizielle Siegel als Betrieb des Biosphärengebiets - für Seifensiedereien muss erst noch ein geeignetes Anforderungsprofil entwickelt werden. Trotzdem sind am Sonntag bei der Eröffnung Vertreter des Biosphärengebiets dabei.

Und an Ideen, wie die Region und ihre Produkte den Besuchern des Biosphärengebiets vorgestellt werden kann, herrscht kein Mangel - dazu zählt etwa das "Schmiechtaler Krättle", ein Korb mit vielen Erzeugnissen aus der Region. Selbstverständlich hat auch die Seife in Venusform aus Gundershofen ihren Platz darin. "Wir können zeigen, was wir haben, und dass wir stolz sein können auf uns", sagt Cindy Diesch zum Biosphärengebiet. An der Attraktion der Region und des Ortes wirkt sie mit ihrem Seifenlädele jedenfalls tüchtig mit.
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